Konzept Spielgruppe

Organisation

 

Die Kinderwerkstatt ängubängu wurde im August 2009 gegründet. Die Inhaberin Miriam Krebs (geb. 24.April 1980, wohnhaft in Safnern) betreibt diese anfangs im Nebenerwerb, seit 2011 als Haupterwerb. Sie finanziert sich durch Elternbeiträge, Spenden, Eigenleistungen und ehrenamtlichen Arbeiten. Die Kinderwerkstatt ängubängu bietet seit ihrer Gründung „Spielgruppe ab 2 1/2 Jahren“ an. Das Angebot soll in Zukunft, je nach Bedürfnis der Kinder und Eltern, wachsen.

 

Um von diesem Angebot gebrauch zu machen, schliessen die erziehungsberechtigten Personen des Kindes einen Vertrag für ein Jahr ab. Dieses Jahr inkl. Ferien- und Feiertagsregelung richtet sich nach dem entsprechendem Schuljahr (August bis Juli) in Grenchen. Die Anmeldung ist verbindlich und die erziehungsberechtigten Personen sind verpflichtet, sich an die im Vertrag festgehaltenen Vereinbarungen, zu halten. Gleichzeitig verpflichtet sich die Spielgruppenleiterin, alle Angaben vertraulich zu behandeln und stets im Wohle des Kindes zu handeln. Die Versicherung des jeweiligen Kindes ist Sache der Eltern.

 

 

 

Spielgruppe Einleitung

 

Kinder im Alter von 2 1/2  bis 5 Jahren (bis zum Kindergarteneintritt) sollen in ihrer natürlichen Entwicklung und der Sprache gefördert und in ihrer Sozialkompetenz und der allfälligen Integration unterstützt werden.

 

 

 

Natürliche Entwicklung

 

Bei Kindern im Alter von 2 1/2 bis 5 Jahren wird ihr Entdeckungsradius immer grösser, sie werden selbstständiger und befinden sich in einer schöpferischen und kreativen Phase. Das ist das ideale Alter für die Spielgruppe. Die Spielgruppe ängubängu bietet diesen Kindern „Raum und Zeit zum Ausprobieren“. Vielfältiges Material soll dem Kind alle nötigen Erfahrungen bieten, die es für seine natürliche Entwicklung braucht. In der Gruppe mit gleichaltrigen Kindern, kann es sein magisches Alter ausleben. Da sich jedes Kind in seinem eigenen Tempo und unterschiedlich in den verschiedenen Bereichen entwickelt, wird das Angebot der Spielgruppe ängubängu laufend verändert und den Bedürfnissen der Kinder angepasst.

 

Fünf in der Spielgruppe ängubängu geförderte natürliche Entwicklungen des Kindes im Alter von 2 1/2 bis 5 Jahren

 

              

       Sprache, Sprechen

       siehe Kapitel Sprachförderung

 

 

       Grobmotorik       Bewegungsdrang

      

       Was tut die SG?        - „Gumpiecke“ mit weichen Unterlagen und Schaumstoffwürfeln

                                      - Hindernisparcours

                                      - kindergerechtes Raumkonzept mit verminderten Gefahren

 

       Feinmotorik       Fingerfertigkeit

      

       Was tut die SG?        - Kneten, leimen, zeichnen, malen, hämmern, Znüni auspacken,

                                         Früchte schälen, Jacke an-/ausziehen, usw.

                                      - Spielgruppenleiterin schenkt den Kindern viel Geduld um die

                                         feinmotorischen Dinge immer und immer wieder zu üben

 

 

       Kognitive Entwicklung       erstes Zählen, Sachen benennen, Personen identifizieren,

                                               Farben und Formen, usw.

      

       Was tut die SG?        - Bilderbücher verschiedenster Art

                                      - in der Gruppe und auch Einzeln über alltägliches sprechen,

                                        Dinge immer wieder benennen, Alltagssprache praktizieren

 

 

       Sozial-emotionale Entwicklung       Kontakte mit anderen Kindern küpfen

                                                             Streit und Versöhnung, Platz in der Gruppe

                                                             finden, Gefühle zeigen

      

       Was tut die SG?        - Rollenspiele

                                      - Freiraum für spontane Spielideen gewähren

                                      - wandelbares Material (Schachteln, Tücher, Seile, Kissen, usw.)

                                      - Spielgruppenleiterin zeigt Flexibilität betreffend Ordnung und

                                        Lautstärke

 

 

       Persönlichkeitsentwicklung       das eigenen „ich“ erkennen

      

       Was tut die SG?        - Rollenspiele

                                      - Gruppenbildung

                                      - Regeln abmachen und einhalten (Grenzen kennen lernen/setzen)

                                      - Spielgruppenleiterin traut dem Kind viel zu und stärkt

                                         es in seinen Absichten

                                      - Akzeptanz gegenüber jedem einzelnen Kind

 

 

 

Sprachförderung, Sprechen

 

Durch das Wiederholen von Värsli, Liedli und Geschichten sollen die Kinder in der Spielgruppe in ihrer Sprachentwicklung gefördert werden. Die Spielgruppenleiterin ist bemüht Dinge die sie tut zu benennen und ermutigt die Kinder ihr nachzusprechen. Die gemeinsame Znüni-Zeit bietet einen optimalen Rahmen, um über dies und jenes zu plaudern. Durch das aktive Zuhören der Spielgruppenleiterin, erzählen die Kinder von ihren Erlebnissen aus ihrem Alltag ausserhalb der Spielgruppe. Umso mehr sie frei erzählen können, desto mehr üben sie sich in ihrer Sprache. In der Spielgruppe ängubängu wird die Alltagssprache praktiziert. Dies soll auch den fremdsprachigen Kindern den Einstieg in die für sie neue Sprache erleichtern. Durch verbildlichte Anschauungen, viel zeigen und deutlicher langsamer Aussprache der Spielgruppenleiterin, lernen die fremdsprachigen Kinder unsere Sprache kennen.

 

 

 

Sozialkompetenz  

      

       Gemeinschaftsgefühl

      

       Was tut die SG?        - die Kinder lernen, dass sie zu einer

                                     Gruppe gehören, zur Spielgruppe eben

                                      - sie treffen sich regelmässig und in immer der gleichen

                                      Gruppenkonstellation

                                      - sie lernen ihren Platz in der Gruppe zu finden und was es heisst

                                      dazu zu gehören

 

 

       Selbstwertgefühl

      

       Was tut die SG?        - in der Spielgruppe ängubängu gibt es immer viel zu tun, die

                                      Kinder werden in alltäglichen Dingen um Mithilfe gebeten

                                      (Znüni bereitstellen, tragen helfen, Tisch abwischen, usw.)

 

 

       Gleichwertigkeitsgefühl

      

       Was tut die SG?        - in der Spielgruppe ängubängu kann jedes Kind so weit gehen wie

                                      es will. Ob es beim Basteln, Geschichte hören, an gemeinsamen

                                      Aktivitäten mitmachen will, entscheidet es für sich selber. So

                                      kann jedes Kind seinen Weg gehen, und ist auf seinem Weg

                                      gleichwertig gegenüber seinen „Kamerädli“.

                                      - die Spielgruppenleiterin gibt keine Wertung über das Kind oder

                                      die von ihm erstellten Sachen ab

 

 

       Zugehörigkeitsgefühl

      

       Was tut die SG?        - die Spielgruppenleiterin bietet dem Kind bei jedem

                                      Spielgruppenbesuch die Chance dazu zu gehören, in dem sie jedes

                                      Kind begrüsst, erwähnt und zum mitmachen einlädt, jedoch zu

                                      nichts zwingt

 

 

       Verantwortungsgefühl

      

       Was tut die SG?        - die Kinder lernen Verantwortung für ihren Spielgruppenbesuch zu

                                      übernehmen, in dem sie sich an Regeln und Sitten in der

                                      Spielgruppe halten. (Spielgruppenablauf, Jacke aufhängen,

                                      Schuhe ausziehen, Spielregeln einhalten, usw.)

 

 

       Ablösung von zu Hause

      

       Was tut die SG?        - die Spielgruppe hilft dem Kind und den Eltern bei der ersten

                                      Ablösung vom geschützten zu Hause

                                      - sie unterstützt dies mit genügend Zeit und Verständnis für die

                                      oftmals grosse Herausforderung an die Kinder und deren Eltern

 

 

 

Integration

 

Gerade für fremdsprachige Kinder ist es oftmals schwierig sich von zu Hause abzulösen und in einer völlig neuen Umgebung einen Platz zu finden. Sie stolpern immer wieder über die Sprachbarriere.

 

       Was tut die SG?        - die Spielgruppenleiterin trägt in ihrer pädagogischen

                                      Verantwortung das Nötige bei, damit sich das Migrantenkind in

                                      der Spielgruppe wohl fühlt

                                      - die Spielgruppenleiterin beobachtet das Migrantenkind und findet

                                      seine Stärken heraus, erkennt diese als Ressource und baut darauf

                                      auf. Dadurch ermutigt sie das Kind in seinem Wirken und Sein und

                                      stärkt so sein Selbstwertgefühl

                                      - die Spielgruppe ängubängu akzeptiert die verschiedenen

                                      Kulturen, Ansichten und Erziehungen, die die Kinder mitbringen

                                      - das Migrantenkind realisiert in der Spielgruppe durch seine

                                      Sprachbarriere vielleicht erstmals sein Fremdsein. Die

                                      Spielgruppenleiterin bietet ihm Hilfe und Unterstützung an, wie

                                      es sich mit seinen „Spielgruppenkamerädli“ verständigen kann

                                      (Mimik und Gestik, Spiel, Handlung, Bewegung, Malen, usw.)

                                      - bei Migrantenkindern kann die Ablösung von zu Hause oft noch

                                      schwieriger sein als bei deutschsprachigen Kindern. Die

                                      Spielgruppe ängubängu unterstützt und ermutigt die Kinder sowie

                                      auch die Eltern in dieser Situation nach dem Motto „Gemeinsam

                                      schaffen wir es!“

 

 

 

Elternarbeit

 

Die Spielgruppe ängubängu ist in ihrer Möglichkeit bemüht auch den Eltern eine Unterstützung zu sein. Sie ist in ihrer Haltung neutral und kann den Eltern bei Bedarf Hilfestellung durch aktives Zuhören bieten, ihnen eventuell Kontaktstellen weitervermitteln und so mit Rat und Tat zur Seite stehen. Weiter ist die Spielgruppe ängubängu darauf angewiesen, dass Eltern die ihre Kinder für die Spielgruppe angemeldet haben, mitarbeiten. Sie sollen das Kind von zu Hause aus gestärkt in die Spielgruppe bringen und bei allfällig auftretenden „Problemen“ in der Spielgruppe, in Zusammenarbeit mit der Leitung, eine Lösung finden. Die Offenheit und der Informationsfluss zwischen den Eltern und der Spielgruppe ängubängu ist die Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.

 

 

 

Vereinigung der Spielgruppen Grenchen

 

Die Kinderwerkstatt ängubängu gehört seit 2009 zur Vereinigung der Spielgruppen in Grenchen. Alle Mitglieder sichern mit stetigen Weiterbildungen und fachlichem Erfahrungsaustausch die Qualität zur frühen Förderung des Kindes. In kinderfreundlicher

 

Umgebung werden die Ziele Weiterentwicklung des Kindes, Integration und Sprachförderung unter den hohen Anforderungen der Vereinigung verfolgt. Die Vereinigung macht sich stark für fremdsprachige wie auch deutschsprachige Kinder. Durch die Sprachförderung (siehe auch unter Sprachförderung, Sprechen) können Kinder gezielt gestärkt und unterstützt werden. Durch die Vernetzung in der Vereinigung können Eltern in ihren Fragen besser beraten und Hilfestellung bei Gesuchen um eine Fremdfinanzierung angeboten werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SG = Spielgruppe                                                                          Stand August 2017